Risikogruppen Zur Erkrankung kommt es aber in der Regel nur bei Schwächung des Abwehrsystems. In vielen Fällen auch durch eine immunsuppressive Therapie. Nach Levine gibt es folgende Risikofaktoren(Global Programme for Vaccines and Immunization. Report of the meeting of the Scientific Group of Experts (SAGE) of the Children's Vaccine Initiative and the Global Programmes for Vaccines and Immunization. Geneva: World Health Organization, 1996.): - Immunsuppression: angeborene/erworbene Immundefekte, chron. Nierenversagen, nephrotisches Syndrom, immunsuppressive Therapie, Neoplasien, Leukämie, M. Hodgkin, Organtransplantation
- Chronische Krankheiten: Konnatale Herzfehler, Herzinsuffizienz, chronische Herzerkrankungen anderer Art, chronische Lungenerkrankungen, Diabetes mellitus, zerebrospinale „fluid leaks"
- Sichelzellanämie, Asplenie, chronische Infektionen (HIV-Infektion)
- keine Muttermilch bei 2-11 Monate alten Säuglingen
- Unterbringung in Krippe oder Kindergarten
- vorausgegangene Antibiotikatherapie
- kürzlich durchgemachte bzw. rezidivierende Otitis media
- ethnische Populationen (Afro-Amerikaner, amerikanische Indianer)
- Zigarettenrauch-Exposition
- Verwendung von Schnullern
Raucher haben ein 400% höheres Risiko als Nichtraucher, an einer Pneumokokkeninfektion zu erkranken(The New England Journal of Medicine, Vol. 342, 2000, Seiten 681 - 689). In einer Fallkontroll-Studie in Atlanta, Baltimore und Toronto belegten die Forscher um J. Pekka Nuorti auch ein 250% höheres Risiko für Menschen, die entweder am Arbeitsplatz oder durch den Partner Passivrauch ausgesetzt waren.Das Risiko für eine Pneumokokken-Erkrankung - bezogen auf die Bevölkerung - liegt danach bei Rauchern bei 51%, bei Passivrauchern bei 17% und bei chronisch Kranken bei 14%. Besonders gefährdet seien nach dieser amerikanischen Studie auch Menschen mit niedriger Bildung, Farbige und Personen, die mit Kindern unter 6 Jahren zusammenleben, welche in einer Tagespflegeeinrichtung untergebracht sind. Frauen erkrankungen nur halb so oft wie Männer. Die Untersuchung zeigte ferner, dass das Risiko, an einer invasiven Pneumokokken-Erkranung zu erkranken von der Zahl der gerauchten Zigaretten abhängt. Ursache für die Anfälligkeit der Raucher ist vermutlich die verminderte Selbstreinigungsfunktion durch Flimmerhäarchen in den Atemwegen. Dadurch können sich auch die Pneumokokken besser anhaften.Aussderdem wird das Oberflächenepithel der Atemwege durch das Rauchen zerstört, was das Eindringen der Bakterien erleichtert.
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